Raccolta delle acque Matera

DAS WASSERGEWINNUNGSSYSTEM, DAS HAUS UND DIE KIRCHE DES HEILIGEN JOHANNES VON MATERA UND DIE PURGATORIO KIRCHE

1   Das Haus des Heiligen Johannes von Matera

Wir nehmen an, dass dieses Zimmer das Geburtshaus des Heiligen Johannes von Matera war, welcher zwischen 1070 und 1080 geboren wurde. Danach wurde es eine Kirche und schließlich, nach dem Tod Johannes von Matera, die Sakristei der angrenzenden Kirche zum alten Purgatorium. Da zu dieser Zeit noch keine Nachnamen existierten, wurde Johannes von Matera „Desclazonibus“ („Der Barfüßer“) genannt, was später in „Scalcione“ (Materanischer Familienname) geändert wurde. Während seiner Jugend erhielt er eine Ausbildung im Benediktinerkloster von Saint Eustache. Bekanntheit erlangte er durch seine thaumaturgischen Werte und berühmten Wundertaten.

 

2   Das Wassergewinnungssystem

Das Wassergewinnungssystem, welches wir hier sehen können, ist das Ende eines langen Unterirdischen Kanalsystems (1.5km), das 1846 von Monsignor A. Di Macco angeordnet wurde, um Wasser für die Bevölkerung des Sasso Caveoso bereitzustellen.

Es handelt sich um ein System verbundener Gefäße, welches erlaubte, dass von den Dächern und Straßen gesammeltes Regenwasser, sowie Grundwasser von den Hügeln gereinigt wurde und damit den Palombaro füllte.

 

3   Der Überlauf-Kanal

Dieser Kanal am Boden füllte das überschüssige Wasser von der glockenförmigen Zisterne zum Palombaro um. Im Inneren des Kanals wurden Jutesäcke platziert, um den Wasserfluss zu verlangsamen und somit eine weitere Filtration zu ermöglichen.

 

4   Die glockenförmige Zisterne

Die glockenförmige Zisterne hat eine Tiefe von 6 Metern und einen Durchmesser von 4.5 Metern mit einem doppelten Boden, wo sich, im kleinsten Bereich, die sich im Wasser befindlichen Verunreinigungen absetzten. Die Wände der Sassi Zisternen sind alle mit Tonstücken bedeckt (mithilfe eines Bindemittels), welche sie undurchlässig für Kalk machte.

 

5   Der Sammelkanal

Dieses ist der Grund- und Regenwassersammelkanal, welcher 5 Meter lang ist,  unter die Straßenoberfläche gegraben wurde und zu den anderen Kanälen verbunden ist. Er endet an der Oberfläche eines Innenhofes, wo Wasser von den Dächern und Straßen hineinfließen.

 

6   Antike Fotos

Dieses Foto von damals zeigt wie die Straße früher aussah, wo die Autos heute in die Sassi fahren. Dieser Kanal, der im Materanischen Dialekt als „Grabiglione“ bekannt ist, war bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts ein offenes Abwassersystem. Als Mussolini zu Besuch kam, wurde die Straße gebaut und die ersten Wasser- und Abwasserleitungen wurden konstruiert.

Wenn der letzte Überlaufkanal (im Palombaro) seine höchste Kapazität erreichte, floss das Wasser in diesen Kanal, wodurch das offene Abwassersystem gereinigt wurde.

Die anderen Schwarzweißfotos im Museum datieren vom Ende des 19. und Begnn des 20. Jahrhunderts und zeigen Alltagsszenen der  Sassi und Matera.

 

7   Eishaus

Ins Innere des Eishauses wurde Schnee von den Straßen und Dächern gebracht, welchen man hier von unten nach oben anhäufte. Manchmal verwendete man Strohschichten als Isolation. Das Eis, welches durch den Schnee produziert wurde, blieb bis zum Sommer dort und wurde dann in Rollen verkauft.

Das Eishaus ist 4 Meter hoch und 3.5 Meter breit.

 

8   Cantaro

Cantero, vom Griechischen „Kantaros“: eine hohe Vase mit zwei Griffen, welche als Nachttopf verwendet wurde. Entleert wurde sie in den offenen Abwasserkanal (Grabiglione).

 

9   Die Purgatorio Kirche

Die Purgatorio Kirche, erbaut neben der Kirche des Heiligen Johannes von Matera, wurde ihm zu seinem Tod gewidmet. Sie ist eine der wenigen Beispiele einer urbanen Kirche, welche in einer Pfarrgemeinde im 14. Jahrhundert errichtet wurde, deren Architektur jedoch erst im 15. Jahrhundert vollendet wurde. Im Inneren der Kirche befanden sich zwei Altare, einer in der Apsis, die für Sonntagsmessen verwendet wurde, und einer unter dem Flügel des Querhauses für Gewänder und religiöse Gegenstände.

Zu erwähnen ist auch die Präsenz der „Teste Mendate“ Bruderschaft, welche in diesen Räumen lebte. Die Aufgaben dieser Bruderschaft waren gekennzeichnet durch das Tragen schwarzer Tuniken bei Begräbnissen und weißer Tuniken während der Sonntagsmessen und Hochzeitszeremonien.

 

10   Die Alterüberreste

Dies sind die Altarüberreste aus dem 16. oder 17. Jahrhundert, welche während der Restaurierungsarbeiten gefunden wurden.

 

11   Palombaro

Der Begriff „Palombaro“ kommt von dem Wort „Palomba“, was eine schließende Mauer in einem Vorhof mit Brunnen bezeichnete. Er wurde 1846 von Monsignor A. Di Macco als öffentliche Wasserreserve für die Bewohner des Sasso Caveoso angeordnet. Diese Reserve breitet sich über ein Areal von über 100m², mit einer Höhe von zwischen 12 und 15 Metern und ist mit einer undurchlässigen Tonschicht überzogen. Die sichtbaren Löcher in der Decke sind die Eingangspunkte des Wassers, welches mit dem Wassergewinnungssystem verbunden war. Der Eimer, welchen man im Spiegel sieht, ist an der Oberfläche mit dem Brunnen verbunden, wo man das Wasser entnahm. Über Ihrem Kopf befindet sich ein eingeschnitztes Kreuz als Hommage an die Person, die die Zistere anordnete, oder an die Kirche, welche darüber steht.